Volumenwerk ist ein 3D-Konstruktionsprogramm für Bastler, Modellbauer und den 3D-Druck. Es läuft komplett im Browser — nichts wird hochgeladen, alles bleibt auf Ihrem Rechner. Gerechnet wird in Millimetern, und Z zeigt nach oben, genau wie im Slicer.
Lieber zusehen als lesen? Neun Bildfolgen, jedes Bild mit Erklärung darunter — alle auf einer Seite:
- Zeichnen — Knoten setzen, schließen, Kurven ziehen. Das braucht man am häufigsten.
- Ein Teil entsteht — vom Umriss zum fertigen Winkel mit Bohrungen.
- Drehen — aus einem halben Profil wird eine Vase.
- Text — Schrift wird zu Konturen und zum Namensschild.
- Modelljet — Rumpf kneten, Tragflächen aus NACA-Profilen, spiegeln.
- Einziehfahrwerk — sechs Teile aus einer Zeichnung, und die Gelenkkette liest sich selbst.
- Querruder — ein Ruder aus der Tragfläche trennen, samt Spalt und Scharnierkegeln.
- Geländewagen — 31 Grundkörper, zusammengefügt, in einem Zug gerundet, Reifenprofil ausgeschnitten.
- Passung — ein Zapfen, der klemmt, und −0,2 mm, die ihn hineingehen lassen.
Das Wichtigste zuerst: Ihr Projekt ist keine starre Datei, sondern
eine Bauhistorie. Jeder Quader, jede Bohrung, jede Rundung bleibt
nachträglich änderbar — über das ✎ in der Objektliste. Deshalb
lohnt es sich, Maße einzugeben statt „ungefähr hinzuziehen".
Erstes Teil in fünf Minuten
Eine Platte mit einer Bohrung und gebrochenen Kanten — damit haben Sie jeden Arbeitsschritt einmal gesehen:
- Erstellen → Quader. Zuerst fragt Volumenwerk, worauf der Körper stehen soll: Klicken Sie auf die blaue Grundebene am Ursprung. Dann kommen die Maße — tippen Sie sie ein oder ziehen Sie an den Pfeilen am Körper. OK.
- Erstellen → Zylinder. Klicken Sie diesmal auf die Oberseite des Quaders statt auf eine Grundebene — der Zylinder sitzt dann bündig darauf. Durchmesser und Höhe eingeben, OK.
- Kombinieren. Erst den Quader anklicken (das ist das Ziel), dann den Zylinder (das Werkzeug), Vorgang Ausschneiden, OK — fertig ist die Bohrung.
- Ändern → Kanten fasen/runden. Eine Kante im Modell anklicken, Abrunden mit 2 mm, OK.
- Datei → Als STL exportieren. Das ist die Datei für den Slicer.
Etwas schiefgegangen? Strg+Z nimmt jeden Schritt
zurück, Esc bricht einen laufenden Vorgang ab.
Maus
| Taste | Wirkung |
|---|---|
| Links, Klick | Wählt eine Fläche aus. |
| Links, Ziehen | Spannt einen Auswahlrahmen auf (siehe unten). |
| Strg + Links | Wählt den ganzen Körper; nochmal geklickt nimmt ihn wieder heraus. Genauso wirkt ein Klick in der Objektliste links. |
| Mitte, Ziehen | Ansicht drehen. |
| Rechts, Ziehen | Ansicht verschieben. |
| Rechts, Klick | Kontextmenü mit allem, was auf die Auswahl anwendbar ist. |
| Mausrad | Zoomen. |
Wer das Drehen lieber auf der linken Taste hätte, stellt es unter Datei → Einstellungen → Linke Maustaste um.
Der Auswahlrahmen kennt zwei Richtungen
Das ist in CAD-Programmen üblich und sehr praktisch, sobald etwas über den Bildrand hinausragt:
- Nach rechts gezogen (durchgezogene blaue Linie): Es wird nur gewählt, was vollständig im Rahmen liegt.
- Nach links gezogen (gestrichelte grüne Linie): Es wird alles gewählt, was der Rahmen berührt.
Shift nimmt zur bestehenden Auswahl dazu, Alt nimmt heraus — in beiden Richtungen.
Ansichtswürfel oben rechts
Klicken rastet auf eine gerade Ansicht ein (Fläche, Kante oder Ecke), Ziehen dreht die Ansicht frei. Das Häuschen führt zur Ausgangsansicht zurück.
Tasten
| Taste | Wirkung |
|---|---|
| M | Verschieben/Kopieren der Auswahl |
| Entf | Auswahl löschen |
| Strg+C / Strg+V | Kopieren und Einfügen (die Kopie liegt zunächst auf dem Original) |
| Strg+Z / Strg+Y | Rückgängig / Wiederholen |
| Strg+S | Speichern (Strg+Shift+S = Speichern unter) |
| Esc | Laufenden Vorgang abbrechen |
Zeichnen
Über Zeichnung → Zeichnung erstellen kommen Sie in den Zeicheneditor. Die Ansicht steht dort bewusst fest in der Draufsicht — sonst zeichnete man in einer verdrehten Ebene. Verschieben und Zoomen bleiben erlaubt.
| Bedienung | Wirkung |
|---|---|
| Klick | Setzt einen Knoten; ein Klick auf den Startpunkt schließt die Kontur. |
| Rechtsklick | Beim Zeichnen: abschließen, weiterzeichnen, verwerfen — oder als offenen Pfad beenden (das ist die Leitkurve für eine Leitung). |
| Doppelklick | Fügt auf einer Linie oder Kurve einen Knoten ein. |
| Rechtsklick auf Knoten | Linie ⇄ Kurve, Knotentyp spitz / glatt / symmetrisch. |
| Klick auf eine Form | Wählt das ganze Objekt (Löcher gehören dazu — ein „A" bleibt ein „A"). |
| Ziehen im Leeren | Auswahlrechteck; Shift nimmt dazu bzw. weg. |
| M | Verschiebt die gewählten Formen. |
| Entf | Löscht die gewählten Formen, sonst einzelne Knoten. |
| Enter | Zeichnung speichern — dasselbe wie der grüne Schalter oben rechts. |
| Esc | Bricht stufenweise ab: erst den Vorgang, dann die Auswahl, dann den Editor (mit Rückfrage). |
Die Palette rechts neben der Objektliste bringt fertige Formen: Rechteck,
Kreis, Polygon und Text. Rechteck und Kreis bleiben parametrisch — wenn
Sie sie später anwählen, erscheint wieder ihr Maß-Overlay. Mit dem
⊕-Schalter lassen sich zwei Formen verrechnen (vereinigen,
ausschneiden, überschneiden); ausschneiden erzeugt echte Löcher.
Von der Zeichnung zum Körper
Eine Zeichnung ist selbst noch kein Körper — sie ist die Vorlage, aus der mehrere entstehen können. Das sind die Wege:
Extrusion (Erstellen → Extrusion): Die Kontur bekommt eine Höhe. Der häufigste Fall — Grundplatten, Halter, Schilder. Drehen (Generieren → Drehen): Ein halbes Profil rotiert um eine Achse. So entstehen Vasen, Knöpfe, Räder. Zeichnen Sie das, was man beim Durchschneiden sähe. Als Achse können Sie eine Weltachse, eine gezeichnete Hilfslinie oder direkt eine Kante eines vorhandenen Körpers anklicken. Leitung (Generieren → Leitung): Ein Profil wandert einen offenen Pfad entlang — Rohre, Griffe, Kabelkanäle. Erhebung (Generieren → Erhebung): Eine Haut über mehrere Querschnitte in verschiedenen Höhen. Für Tragflächen gibt es dazu einen eigenen Assistenten.Alle vier merken sich ihre Quelle: Über das ✎ in der
Objektliste können Sie Profil, Achse oder Höhe später ändern.
Weiche Formen: Freiform
Erstellen → Freiform legt einen Kasten an, den Sie wie Knetmasse verformen. Über Rechtsklick → Form bearbeiten erscheinen weiße Knetpunkte auf der Oberfläche:
- Punkt anklicken, dann an den Pfeilen ziehen — oder Werte eintippen.
- Shift+Klick nimmt Punkte zur Auswahl dazu, Shift+Ziehen zieht einen Rahmen darum. Mehrere Punkte bewegen sich gemeinsam; über die flachen Platten an den Pfeilspitzen lässt sich die Gruppe skalieren.
- Strg+Z gilt hier nur für die Formbearbeitung. Erst OK macht daraus einen einzigen Schritt im Projekt.
Je höher die Glättung im Parameterdialog, desto weicher die Form — und desto mehr Dreiecke. Stufe 2 bis 3 ist meist ein guter Kompromiss.
Für den 3D-Druck
Passungen: Verdicken und Verdünnen
Der Klassiker aus der Praxis: Nach dem Druck ist der Zapfen zu dick oder das Loch zu eng. Ändern → Verdicken/Verdünnen ändert das fertige Teil gleichmäßig — negative Werte verdünnen, positive verdicken. −0,2 mm ist ein bewährter Startwert; Schnellwahl-Knöpfe stehen im Dialog.
Die Rechnung kann bei verschachtelten Körpern einige Sekunden dauern, deshalb startet sie erst auf Knopfdruck und läuft im Hintergrund — Sie können sie jederzeit abbrechen.
Zu dünne Wände finden
Prüfen → Minimale Dicke markiert rot, wo das Teil dünner ist als der eingestellte Wert. Unter etwa 0,8 mm wird es mit einer 0,4-mm-Düse unzuverlässig.
Aushöhlen
Generieren → Schale macht aus einem vollen Körper eine Wanne. Wählen Sie vorher die Fläche an, die offen bleiben soll — sonst weiß das Werkzeug nicht, wo der Deckel wegfällt.
Exportieren
Datei → Als STL exportieren schreibt die ausgewählten Körper in eine Datei; ist nichts ausgewählt, kommt alles Sichtbare hinein. Im Dialog lässt sich die Verfeinerung hochsetzen — dann werden Rundungen für den Export feiner gerechnet, ohne dass die Anzeige langsamer wird.
Speichern und Sichern
- Datei → Beispiel öffnen lädt fertige Projekte zum Anschauen und Auseinandernehmen — unter anderem den Winkelhalter aus dem Video.
- Datei → Speichern legt eine
.jsonmit der ganzen Bauhistorie an. Nur das ist eine echte Sicherung. - Zusätzlich sichert Volumenwerk nach jeder Änderung automatisch im Browserspeicher und stellt das beim nächsten Start wieder her.
Verlassen Sie sich nicht allein auf die automatische Sicherung. Manche Browser sind so eingestellt, dass sie beim Beenden alle Webseitendaten löschen — dann ist auch die automatische Sicherung weg. Wirklich sicher ist nur eine gespeicherte Datei.
Übrigens: Die automatische Sicherung merkt sich beim Schließen zusätzlich die fertig gerechneten Netze. Aufwendige Modelle sind dadurch beim nächsten Start sofort da, statt neu berechnet zu werden.
Wenn etwas nicht klappt
- Ein Menüpunkt ist grau. Dann fehlt die passende Auswahl — „Schale" und „Drücken/Ziehen" brauchen eine Fläche, „Kanten fasen" einen Körper, „Extrusion" eine Zeichnung.
- Ein Maß wird abgelehnt. Die Meldung im Dialog sagt, warum; meist verschluckt das Werkzeug den ganzen Körper oder eine Kurve überschneidet sich selbst. Kleineres Maß probieren.
- Der Start dauert lange. Beim Öffnen wird jede Geometrie neu aufgebaut. Sehr verschachtelte Teile brauchen dafür ihre Zeit — der Fortschrittsbalken zeigt, dass gearbeitet wird.
- Etwas ist verschwunden. Zuerst
Strg+Z. Sonst in der Objektliste nachsehen, ob das Auge👁ausgeschaltet ist.
Etwas gefunden, das nicht stimmt? Datei → Problem melden legt eine Datei an, in der schon alles Nötige steckt: Programmversion, Browser und Grafikkarte, die letzten Fehlermeldungen und Ihr aktuelles Projekt. Diese Datei weitergeben — damit lässt sich der Fehler nachstellen, statt ihn zu erraten. Es wird nichts von selbst verschickt.